Musikunterricht: Klarinette

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Klarinette gehört zu der Familie der Holzblasinstrumente und besteht aus fünf Teilen, die ineinander gesteckt werden. Üblicherweise verwendet man heute afrikanisches Grenadillholz, Buchsbaum- oder Ebenholz, die Klappen bestehen aus Silber, Messing oder Gold. Schon in der Antike gab es Instrumente, die der Klarinette ähnlich waren. Seit dem 17. Jahrhundert ist das Chalumeau (Schalmei) nachweisbar, das dann wiederum von deutschen Instrumentenbauern im 18. Jahrhundert zur Klarinette weiterentwickelt wurde.

Wolfgang Amadeus Mozart war ein Verehrer des Instruments und schrieb 1777 an seinen Vater: „… ach, wenn wir nur auch clarinetti hätten! – sie glauben nicht was eine sinfonie mit flauten, oboen und clarinetten einen herrlichen Effekt macht.“ Mit seinen Klarinettenkonzerten verschaffte er dem Instrument dann einen neuen Stellenwert, besonders bekannt und beliebt ist heute sein Klarinettenkonzert in A-Dur, das auch schon mehrfach als Filmmusik eingesetzt wurde.

Neben den Klarinetten, die verschiedene Tonlagen abdecken, wie etwa die Hoch-G-Klarinette oder die B-Klarinette, gibt es viele weitere Klarinetten, die sich in Bauweise oder Klappensystem unterscheiden. Besonders hervorzuheben sind aber zwei unterschiedliche Griffsysteme: das Oehler-System, das nur in Deutschland und in Österreich angewandt wird und das französische Böhm-System, das sich weltweit durchgesetzt hat.

Abenteuerreise Klarinette

Mit sieben oder acht Jahren kann man damit beginnen, das Klarinettenspiel zu erlernen. Eltern sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass die Tonerzeugung bei der Klarinette keine einfache Sache ist. Die ganz schnellen Erfolge gibt es eher selten und darauf muss man die Kinder vorbereiten – unsere Musiklehrerinnen und Musiklehrer finden auch für diese Aufgabe den richtigen Ton. Einen beachtlichen Vorteil hat die Klarinette als Einstiegsinstrument, wenn man später zum Saxophon wechseln möchte (hier wird ein Einstieg ab etwa zehn Jahren empfohlen): Klappen- und Griffsystem weisen Parallelen auf und sogar die Art der Tonerzeugung ist ähnlich.

Die Klarinette ist in vielen Musikstilen zuhause, wird als Soloinstrument eingesetzt und ist ein fester Bestandteil von Symphonieorchestern, Bläserkammermusik und Kammermusik in gemischter Besetzung wie dem Klarinettenquintett. Komponisten wie Johannes Brahms oder Alban Berg schrieben Sonaten für Klarinette und Klavier, Claude Debussy und auch Igor Strawinski Werke für Soloklarinette mit Orchesterbegleitung. Im Musikmärchen „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew repräsentiert die Klarinette die Katze. Dass die flinke Melodie hervorragend zum geschmeidigen Ton der Klarinette und den Bewegungen einer Katze passt, können auch Kinder ganz leicht erkennen.

Weiter besitzt die Klarinette in Militärkapellen, in der Folkloremusik sowie im Jazz und im Klezmer eine bedeutende Rolle. Besonders der Klarinettist Giora Feidman hat durch seine vielen Auftritte in Deutschland Klezmer-Musik einem breiten Publikum bekannt gemacht. Bandleader und Jazz-Klarinettist Benny Goodman verhalf durch seine Arrangements der Klarinette zu neuer Popularität und tat das so beeindruckend, dass ihm Komponisten wie Paul Hindemith oder Béla Bartók Kompositionen widmeten.